Definition
Mitarbeiterentwicklung hat zum Ziel, Mitarbeitern zu ermöglichen, ihre Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten durch diverse Lern- und Schulungsaktivitäten zu erweitern. Effektive Mitarbeiterentwicklungsprogramme können verschiedene Formen haben: Workshops, Training am Arbeitsplatz, Mentoring, Online- Kurse, Seminare, Konferenzen, und so weiter. Das bedeutet, die Arbeitszufriedenheit und Leistung der Mitarbeiter zu stärken und sie so auf kommende Aufgaben im Unternehmen vorzubereiten.
Mitarbeiterentwicklung ist eine strategische Investition in die gesamte Belegschaft einer Organisation. Sie führt zu mehr Engagement, höherer Produktivität und Mitarbeiterbindung und ist somit entscheidend für den Erfolg und für das Wachstum eines Unternehmens. Organisationen können durch priorisierte Mitarbeiterentwicklung die Leistung von Einzelpersonen verbessern, sich an Marktveränderungen anpassen und die besten Talente gewinnen und auch halten. So kann eine kompetente und qualifizierte Belegschaft aufgebaut und die Leistung und Produktivität gesteigert werden.
Mitarbeiterentwicklungsprogramme kommen also sowohl den Mitarbeitern als auch dem gesamten Unternehmen zugute. Wenn Mitarbeiter die Möglichkeit haben zu lernen und sich weiterzuentwickeln, fühlen sie sich wertgeschätzt, engagiert und motiviert.
Die Geschichte der Mitarbeiterentwicklung
Den Bereich Mitarbeiterentwicklung in Unternehmen gibt es schon lange. Er hat eine reiche, wechselvolle Geschichte hinter sich.
Die Arbeiten von Frederick Winslow Taylor gelten als Impulsgeber für die Mitarbeiterentwicklung im frühen 20. Jahrhundert. Taylor war ein US-amerikanischer Ingenieur (1856 - 1915) und gilt als einer der Begründer der Arbeitswissenschaft. Ihm wird die Entwicklung des wissenschaftlichen Management-Ansatzes zugeschrieben. Dieser Ansatz legte den Schwerpunkt auf Produktivität und Effizienz. Er setzte sich in den Jahren nach seiner Einführung immer weiter in Unternehmen durch.
In den 1930er Jahren wurden die heute berühmten Hawthorne-Studien von Elton Mayo (1880 - 1949) durchgeführt. Der australische Soziologe verbrachte den größten Teil seines Berufslebens als Professor an der Harvard Business School. Er begann als Initiator der Hawthorne-Studien damit, Verfahren zur Verbesserung der zwischenmenschlichen Beziehungen in Betrieben zu entwickeln.
Diese Studien zeigten, dass Mitarbeiter produktiver sind, wenn sie von ihrem Arbeitgeber wertgeschätzt und unterstützt werden. Für unser heutiges Verständnis der Faktoren, die Mitarbeiter motivieren, war diese Erkenntnis ein bedeutender Fortschritt. Zugleich wurde der Weg für die Entwicklung neuer Strategien der Personalförderung geebnet.
Seit den Anfängen hat sich die Mitarbeiterentwicklung erheblich erweitert. Mitarbeiterentwicklung beinhaltet heute zahlreiche Maßnahmen. Diese reichen von der Berufsberatung, über die Aus- und Weiterbildung bis hin zur Betreuung durch erfahrene Personen.
Die Schwerpunkte haben sich zwar im Laufe der Jahre verschoben, und inzwischen stehen auch umfangreiche digitale Auswertungsmöglichkeiten bereit, das Hauptziel ist aber noch immer dasselbe: Mitarbeiterentwicklung hat das Ziel, Arbeitnehmer darin zu unterstützen, ihr volles Potenzial auszuschöpfen.
Wie haben sich Mitarbeiterentwicklung und Mitarbeiterschulungen verändert?
Der Bereich Human Resources hat sich in den letzten 30 Jahren grundlegend verändert. Personalmanager, die einst eher Personal-Ausbilder waren, sind heute viel mehr Lernbegleiter. Mitarbeiter, die einst nur ein Produktionsfaktor oder eine einfache Ressource waren, tragen heute auf vielfältige Weise zum Unternehmenserfolg bei. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag “HR Trends - Der Mensch im Mittelpunkt”.
Seine Wurzeln hat dieser Wandel in der Denk- und Sichtweise von Personalabteilungen in den 1980er Jahren. Die “lernende Organisation” wurde zum Trend. Personalschulungen und Personalentwicklung wurden zunehmend wichtiger. Das zeigte sich auch in den angepassten Budgetplänen. Zur gleichen Zeit nehmen Fachkräfte vermehrt an Weiterbildungen und Fortbildungen teil, um alle notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zu erlernen, die den Unternehmenserfolg stützen.
In der damaligen Zeit speichern Personalabteilungen den Schulungsbedarf der Mitarbeiter in einer einfachen Datenbank. Hier wurden auch die Anforderungen für jede Position in der Organisation gelistet. Dieser Prozess beschleunigte sich dann mit dem technologischen Fortschritt: zunächst durch Multimedia-CDs und Archive und einige Jahre später dann durch das Internet, Online Kurse und Webinare.
In der heutigen Zeit sind Weiterbildungen und Schulungen leicht zugänglich und oft auch kostengünstig. Manche Personalmanager erstellen eigene Videokurse für ihre Mitarbeiter und viele Online-Weiterbildungsplattformen stellen Fachwissen für alle zur Verfügung.
Durch diese Entwicklungen ergibt sich auch eine veränderte Denkweise in Unternehmen. Deren Fokus richtet sich zunehmend auf regelmäßige und individuell auf die Mitarbeiter abgestimmte Schulungsangebote. Denn in der immer komplexeren Arbeitswelt entwickeln sich auch die Mitarbeiter immer weiter. Mit den richtigen Instrumenten zur Hand jedoch können sie professionell über sich selbst hinauswachsen und sich Ihren individuellen Anforderungen entsprechend verbessern.
Externes Coaching bietet hier eine weitere beliebte Möglichkeit zur Mitarbeiterentwicklung und Mitarbeiterschulung. Durch eine andere Perspektive, das heißt einen fachlichen Blick von außen, können Schwächen, die im Team auftreten, klar benannt und aufgedeckt werden.
Lesen Sie dazu auch den Beitrag “Perspektivwechsel - der Blickwinkel macht den Unterschied”.
Der Prozessablauf in der Mitarbeiterentwicklung
Eine gut konzipierte Mitarbeiterentwicklung kommt also beiden Seiten zugute. Mitarbeiter erhalten durch individuelle Pläne eine Verbesserung ihrer beruflichen Perspektive im Unternehmen garantiert. Sie erhalten neue Qualifikationen, um ihre Chancen im Unternehmen zu sichern und gleichzeitig ihr Einkommen zu erhöhen und ihren Aufgabenbereich zu erweitern.
Unternehmen sichern sich durch Mitarbeiterentwicklung gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter.
Die Entwicklung von Mitarbeitern muss jedoch genau mit den Zielen des Unternehmens abgestimmt werden. Ein wichtiger Punkt ist hier vor allem eine genaue Analyse des gesamten Prozesses. Nur so kann der Erfolg von Maßnahmen richtig eingeschätzt werden.
- Bedarfsermittlung: Zu Beginn stellt sich die Frage, ob eine Mitarbeiterentwicklung im Unternehmen überhaupt notwendig ist. Im besten Falle sehen beide Seiten, Mitarbeiter und Unternehmen diesen Bedarf. So kann ein motivierender Prozess angeschoben werden.
- Ziele setzen: Ist der erste Schritt getan, kann man gemeinsam Ziele setzen. Für unterschiedliche Positionen sollten aber individuelle Konzepte gefunden werden. Eine Führungskraft hat logischerweise andere Wünsche und Bedürfnisse als ein Sachbearbeiter.
- Kreative Vorbereitung: In diesem Abschnitt findet man geeignete Mitarbeiterentwicklungs-Maßnahmen, die passend für die Erreichung der gesteckten Ziele sind. Hierbei ist eine gewisse Portion Mut vonnöten, um auch einmal ungewöhnliche Wege zu beschreiten, wie z.B. Job Rotation. Nur wer sein bisheriges Vorgehen in Frage stellt, kann sich auch weiterentwickeln.
Dieser Planungsabschnitt mündet dann in einen effizienten Mitarbeiterentwicklungsplan, der folgende Angaben enthält:
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- Beschreibung der Positionen in der jeweiligen Abteilung
- Definieren der Bereiche, in denen Mitarbeiter weiterentwickelt werden
- Eventuelle Neugestaltung von Verantwortungsbereichen
- Ziele definieren
- Das vorgesehene Budget festlegen
- Erfolgskontrolle: Es ist nicht immer ganz leicht festzustellen, ob eine Mitarbeiterentwicklung auch tatsächlich erfolgreich ist. Diese muss über einen längeren Zeitraum betrachtet werden. Geduld ist also gefragt.
Um den Erfolg zu überprüfen, müssen verschiedene Indikatoren zu Rate gezogen werden. So lässt sich ein möglichst realistisches Gesamtbild finden. Mögliche Hinweise sind z.B die Höhe der finanziellen Mittel, die ein Projekt in Anspruch nimmt, oder die Mitarbeiterzufriedenheit. Diese kann durch anonyme Umfragen im Unternehmen ermittelt werden.
Welche Kompetenzen lassen sich durch Mitarbeiterentwicklung verbessern?
Mitarbeiterentwicklung trägt maßgeblich dazu bei, eine Vielzahl von Kompetenzen bei den Mitarbeitenden zu verbessern:
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Zu den wichtigsten Kompetenzen zählen fachliche Fähigkeiten, also das spezifische Wissen und die technischen Fertigkeiten, die für die Ausführung der jeweiligen Aufgaben notwendig sind. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen können Mitarbeitende ihre Expertise vertiefen und auf dem neuesten Stand bleiben.
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Neben den fachlichen Kompetenzen werden auch soziale und kommunikative Fähigkeiten gestärkt. Teamarbeit, Konfliktlösung, Empathie und Präsentationsfähigkeiten sind essentiell für eine erfolgreiche Zusammenarbeit und lassen sich durch Training und Coaching verbessern.
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Des Weiteren fördert die Mitarbeiterentwicklung die persönliche Kompetenz, wie Selbstmanagement, Eigeninitiative und Problemlösungsfähigkeiten. Mitarbeitende lernen, eigenverantwortlich zu handeln, Herausforderungen kreativ zu begegnen und ihre Arbeitsweise effizient zu gestalten.
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Nicht zuletzt trägt die Entwicklung von Führungskompetenzen dazu bei, zukünftige Führungskräfte zu fördern. Hierzu zählen Fähigkeiten wie Entscheidungsfindung, Motivation anderer und strategisches Denken.
Insgesamt führt die kontinuierliche Weiterentwicklung der Mitarbeitenden zu einer kompetenteren, motivierten und flexibleren Belegschaft, die besser auf die Anforderungen des Marktes reagieren kann.
Welche Maßnahmen finden im Bereich Mitarbeiterentwicklung Anwendung?
Weiterbildung und Mitarbeiterentwicklung können vielfältige Formen annehmen. Diese gehen weit über das traditionelle Lernen aus dem Lehrbuch oder aus dem Klassenzimmer hinaus. Arbeitgeber, die Mitarbeiterentwicklung praktizieren, können von verschiedenen Ansätzen profitieren. Diese sind z.B handlungsorientiertes Lernen, soziales Lernen und teamorientiertes Lernen. Bei der Umsetzung eines erfolgreichen Schulungsprogramms werden dann die verfügbare Zeit, die Ziele, das Budget und die Prioritäten der Mitarbeiter berücksichtigt.
Lesen Sie hier einige gängige Arten von Schulungsaktivitäten mit ihren jeweiligen Vor- und Nachteilen:
- Webinare: Diese sind bequem für das Lernen aus der Ferne. Sie erfordern jedoch möglicherweise mehr praktische Anwendungen.
- Videoschulungen: Online-Kurse können hilfreich sein. Die Abschlussquoten sind aber oft niedrig und die langfristige Beibehaltung schwierig.
- Workshops: Sie benötigen meist kein großes Budget und sind schnell durchzuführen, haben aber eventuell keinen großen Einfluss auf die Mitarbeiter selbst.
- Vorlesungen und Seminare: Diese sind ein präziser, formaler Unterricht. Das Behalten von Wissen wird jedoch nicht unbedingt gefördert.
- Peer-Learning: Das ist eine Form des sozialen Lernens, bei der die Teilnehmer ihr Wissen untereinander austauschen. Es kann durchaus effektiv sein, erfordert aber möglicherweise mehr Aufwand und Zeit als andere Maßnahmen.
- Job Shadowing: Eine äußerst effektive Maßnahme, die aber immer mit hohem Zeitaufwand verbunden ist. Beim Job Shadowing begleitet eine Person einen Mitarbeiter bei seiner Arbeit und beobachtet, ohne aktiv mitzuarbeiten.
- Coaching: Gruppen- oder Einzelcoaching bietet ein erhebliches Lernpotential, kann aber für den Coach auch sehr zeitaufwändig sein. Daher bietet sich die Einbeziehung eines externen Coaches an.
Die gängigsten Methoden der Mitarbeiterentwicklung
Die gängigsten Methoden der Mitarbeiterentwicklung umfassen eine Vielzahl von Ansätzen, die darauf abzielen, die Kompetenzen und das Potenzial der Mitarbeitenden zu fördern. Hier sind einige der wichtigsten Methoden:
- Weiterbildung und Schulungen: Regelmäßige Kurse, Seminare und Workshops, um fachliche Kenntnisse und Fähigkeiten zu vertiefen oder neue Themen zu erlernen.
- E-Learning und Online-Trainings: Flexible Lernangebote, die Mitarbeitende jederzeit und ortsunabhängig nutzen können, um sich kontinuierlich weiterzubilden.
- Mentoring und Coaching: Erfahrene Mitarbeitende oder externe Coaches begleiten und unterstützen die Entwicklung einzelner Mitarbeitender durch individuelles Feedback und Beratung.
- Job Rotation: Mitarbeitende wechseln temporär in andere Abteilungen oder Positionen, um vielfältige Erfahrungen zu sammeln und ihre Kompetenzen zu erweitern.
- Projektarbeit: Mitarbeitende werden in spezielle Projekte eingebunden, um praktische Erfahrungen zu sammeln und ihre Problemlösungsfähigkeiten zu stärken.
- Feedback- und Beurteilungsgespräche: Regelmäßige Gespräche, die die persönliche Entwicklung fördern, Stärken hervorheben und Entwicklungsfelder identifizieren.
- Führungskräfteentwicklung: Spezielle Programme, die auf die Entwicklung von Führungs- und Managementkompetenzen abzielen.
- Teamentwicklung: Maßnahmen zur Verbesserung der Zusammenarbeit, Kommunikation und des Teamgeistes innerhalb der Arbeitsgruppen. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag “Teambuilding - ein starkes Team schafft alle Hürden”.
Diese Methoden können je nach Unternehmensziel und Mitarbeitenden individuell kombiniert werden, um eine nachhaltige Entwicklung zu gewährleisten.
Über den Autor - Sebastian Wächter
Sebastian Wächter hat als 18-Jähriger die radikalste Veränderung seines Lebens erfahren. Er stürzt beim Wandern und bricht sich das Genick. Seitdem sitzt er im Rollstuhl - er ist querschnittsgelähmt und kann weder seine Beine noch seine Finger bewegen. Auch ein Großteil seiner Armmuskulatur ist gelähmt. Dennoch gelingt es ihm, sich ein eigenständiges Leben und seine Selbstständigkeit zurückzuerobern. Er hat über Jahre ein Mindset entwickelt, durch das er es geschafft hat, große Herausforderungen zu meistern und ein erfolgreiches Leben zu führen. Die Grundlage hierfür war allerdings ein langer Weg zur Akzeptanz seines Schicksals, erst hierdurch startete seine erfolgreiche Veränderung. Heute ist Sebastian Keynote Speaker und gibt Unternehmen Impulse, wie aus Veränderung auch Fortschritt werden kann. Er wurde inzwischen mehrfach ausgezeichnet und gehört zu den "Top-100-Speakern" von Speakers Excellence. Ebenso unterstützt er als Coach Privatpersonen im Umgang mit Veränderung. Sein neues Buch trägt den Titel „Change Mindset“.
Fazit
Das Thema Mitarbeiterentwicklung ist ein zentraler Bestandteil einer erfolgreichen und zukunftsorientierten Organisation. Durch gezielte Weiterbildungsmaßnahmen, individuelle Förderung und vielfältige Entwicklungsansätze können Mitarbeitende ihre Kompetenzen erweitern, ihre Motivation steigern und ihre Leistungsfähigkeit verbessern.
Eine kontinuierliche Entwicklung trägt nicht nur zur persönlichen Zufriedenheit der Mitarbeitenden bei, sondern stärkt auch die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens. Insgesamt ist Mitarbeiterentwicklung ein wertvolles Investment in die Zukunftssicherung und den nachhaltigen Erfolg eines Unternehmens.