Definition
Lösungsorientierung ist ein Ansatz, der sich darauf konzentriert, Lösungen für bestehende Probleme zu finden, anstatt sich auf die Probleme selbst zu fixieren. Dieser Ansatz fördert eine positive Denkweise und ermutigt Individuen und Gruppen, ihre Ressourcen und Stärken zu nutzen, um Herausforderungen zu meistern.
Im Gegensatz zur Problemorientierung, die oft in einer Analyse der Ursachen und der negativen Aspekte eines Problems verharrt, zielt die Lösungsorientierung darauf ab, konkrete Schritte zur Verbesserung zu identifizieren.
Warum ist Lösungsorientierung wichtig?
Lösungsorientierung ist in vielen Lebensbereichen von großer Bedeutung.
Sie hilft im beruflichen Kontext, Projekte effektiv zu planen und diese umzusetzen. Lösungsorientierte Personen arbeiten fokussiert und effizient. Sie sind in der Lage, Prioritäten zu setzen und so ihre Zeit sinnvoll zu nutzen, um ihre Aufgaben erfolgreich abschließen zu können.
Auch im persönlichen Bereich spielt Lösungsorientierung eine wichtige Rolle. Sie unterstützt dabei, persönliche Lösungen zu erreichen und sich kontinuierlich weiterzuentwickeln. Ob es nun darum geht, eine sportliche Leistung zu verbessern oder eine neue Fähigkeit zu erlernen - wer lösungsorientiert ist, bleibt motiviert und verfolgt so seine Ziele konsequent.
Was zeichnet lösungsorientierte Menschen aus?
Lösungsorientiert zu sein bedeutet, sich auf das Ziel und den Weg zum Ziel zu konzentrieren. Lösungsorientierte Personen fokussieren sich hierbei auf das, was machbar ist und was sie mit ihren Möglichkeiten tun können. Sie legen den Blick auf das Ziel und sind überzeugt, etwas an einer herausfordernden Situation ändern zu können. Lösungsorientierte Menschen vertrauen nicht nur auf ihre eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten. Sie sind auch offen für Veränderungen und alternative Lösungswege.
Was ist eine lösungsorientierte Haltung?
Eine lösungsorientierte Haltung ist geprägt von einem optimistischen und positiven Blick auf die Welt. Menschen mit einer lösungsorientierten Haltung blicken mit Hoffnung und Zuversicht auf scheinbar unlösbare Aufgaben und Herausforderungen. Sie haben den festen Glauben an sich selbst und können sich so auf Neues einlassen.
Grundprinzipien für Lösungsorientierung
Lösungsorientierung ist eine der Grundlagen für die sieben Säulen der Resilienz. Hierbei geht es darum, sich nicht länger auf ein Problem zu fokussieren. Das Problem zu beseitigen ist somit bei der Lösungsorientierung kein primäres Ziel. Ziel ist es, sich selbst von dem Problem zu lösen, um so die eigene Wahrnehmung zu steigern und Stress abzubauen.
Die fünf Grundprinzipien der Lösungsorientierung:
1. Trennung von Lösung und Problem
Es ist nicht notwendigerweise sinnvoll, ein Problem zu analysieren. Wichtiger ist es, sich den Wunschzustand vorzustellen und die dafür notwendigen Ressourcen zu mobilisieren.
2. Zirkulation
Wird ein Problem gelöst, so verändert sich auch die Umwelt mit. Sie bewertet die Veränderung und reagiert darauf. Dieser Gedanke muss beim Problemlösen bedacht werden.
3. Ressourcenorientierung
Eine lösungsorientierte Haltung fokussiert sich stark auf die Ressourcen, die für eine Lösung benötigt werden. Diese Ressourcen können unter anderem die eigenen Erfahrungen, Beziehungen oder Fähigkeiten sein.
4. Konstruktivität
Hinter diesem Prinzip versteckt sich die Annahme, dass sich allein schon durch die Vorstellung einer positiven Zukunft die Fokussierung auf das Jetzt und damit auf den Problemzustand ebenfalls positiv auswirkt.
5. Veränderung
Auch schon kleine Umstellungen können zu großen Veränderungen führen. So ist es sinnvoll, in kleinen Schritten zu denken, anstatt gleich eine 180 Grad Wende anzustreben.
Nachteile von Lösungsorientierung
Lösungsorientierung ist eine hilfreiche Herangehensweise, bei der man sich auf Lösungen konzentriert, anstatt sich zu sehr mit Problemen zu beschäftigen. Dennoch gibt es auch einige Nachteile, die man im Blick behalten sollte.
- Ein Nachteil ist, dass die ausschließliche Fokussierung auf Lösungen manchmal dazu führen kann, die Ursachen eines Problems zu übersehen. Wenn man nur nach schnellen Lösungen sucht, besteht die Gefahr, dass man die tieferliegenden Gründe nicht erkennt und das Problem dadurch nur oberflächlich behandelt wird.
- Außerdem besteht die Gefahr, dass man bei der Suche nach Lösungen unrealistische Erwartungen entwickelt. Man könnte denken, dass alle Probleme schnell gelöst werden können, was manchmal nicht der Fall ist. Das kann zu Frustration führen, wenn die Lösung nicht sofort greift oder das Problem komplexer ist als gedacht.
- Ein weiterer Nachteil ist, dass Lösungsorientierung manchmal den Blick auf wichtige emotionale oder zwischenmenschliche Aspekte verstellen kann. Wenn man sich nur auf praktische Lösungen konzentriert, könnten Gefühle und Konflikte, die eine Rolle spielen, vernachlässigt werden.
Insgesamt ist Lösungsorientierung eine nützliche Methode, aber es ist wichtig, sie mit anderen Ansätzen zu kombinieren, um ein ausgewogenes Verständnis und nachhaltige Lösungen zu finden.
Lösungsorientierung im Berufsleben
Egal ob im regulären Tagesgeschäft oder in längerfristigen Projekten - Herausforderungen und Probleme erfordern von allen Beteiligten ein hohes Maß an Teamarbeit, Eigenverantwortung und kreative Lösungsansätze.
Zu den Kernkompetenzen eines erfolgreichen Mitarbeiters zählt heutzutage, sich nicht auf ein Problem zu konzentrieren, sondern diverse Lösungen zur Zielerreichung zu erarbeiten.
Im Berufsleben hat das Erreichen des Unternehmensziels oberste Priorität. Wer fachlich und persönlich seinen Kollegen dabei hilft, dieses Ziel zu erreichen, strahlt ein hohes Maß an Empathie aus und arbeitet lösungsorientiert.
Eine offene und direkte Kommunikation, aktives Zuhören und kontinuierliches Teamwork bilden die Grundlage für eine positive und effiziente Arbeitsatmosphäre.
Tipps für Lösungsorientierung im Beruf
- Eigenes Wissen einbringen: Gab es bei ähnlichen Aufgaben in der Vergangenheit Lösungen, die bei neuen Projekten eingesetzt werden können?
- Offene Kommunikation: Probleme können jederzeit auftreten. Wichtig ist der Umgang mit ihnen. Wer ehrlich Fehler kommuniziert, treibt so automatisch Lösungen voran. Lesen Sie hierzu auch unseren Beitrag “Kommunikation - nur Worte oder doch mehr?”
- Hilfe annehmen: Selbst Hilfe anzunehmen oder anderen zu helfen fördert die Erreichung des Unternehmensziels und die eigene Entwicklung.
- Offen für konstruktive Kritik bleiben: Eigene Ideen möglicherweise zu hinterfragen und so neue Lösungswege auszuprobieren fördert die eigene Kreativität.
- Selbstreflexion: Wo liegen die eigenen Stärken und Schwächen? Wie kann ich mich bei Problemen bestmöglich für das Team einsetzen? Wer kann bei welchem Thema am besten weiterhelfen?
Lösungsorientierung im Berufsleben bedeutet also, sich nicht zu detailliert auf das vorliegende Problem zu fokussieren. Lösungsorientierung heißt, an Ideen und Lösungen zu arbeiten, die den Fokus auf das Erreichen des gemeinsamen Ziels richten. Wichtig ist es, sich zusammen die Frage zu stellen: "Wie können wir trotz des Problems das Ziel erreichen?”
Lösungsorientierung im Privaten
Lösungsorientierung im Privatleben bedeutet, sich aktiv mit Herausforderungen auseinanderzusetzen, anstatt sie zu ignorieren oder zu verdrängen. Das ist wichtig, um Lösungen zu finden und das eigene Wohlbefinden zu verbessern.
Ein erster Schritt ist, das Problem klar zu erkennen und zu definieren. Wer sich beispielsweise durch zu viel Arbeit gestresst fühlt, sollte genau überlegen, was die Hauptursache ist.
Statt sich auf die Schwierigkeiten zu konzentrieren, wird der Fokus auf mögliche Lösungen gerichtet. Wer lösungsorientiert denkt, neigt dazu, Hindernisse als Chancen zur Verbesserung zu sehen.
- Vorausschauendes Handeln: Lösungsorientierte Personen warten nicht erst ab, bis die Probleme außer Kontrolle geraten. Sie sind nicht machtlos, sondern sie handeln. Diese Menschen übernehmen Verantwortung, was ihre Fähigkeit zur Problemlösung stärkt.
- Flexibilität: Wenn eine gefundene Lösung keinen Erfolg bringt, sind lösungsorientierte Personen bereit sich anzupassen. Sie finden alternative Wege, um ihre Ziele zu erreichen.
- Positives Denken: Ein optimistisches Mindset, das es ermöglicht, auch in schwierigen Zeiten positiv zu bleiben, wird durch lösungsorientierte Denkweisen gefördert.
- Aus Rückschlägen lernen: Rückschläge werden nicht als Fehlschlag, sondern als Chance zum Lernen betrachtet. So wird das kontinuierliche persönliche Wachstum gefördert.
Praxistipps
- Ein hilfreicher Tipp ist, das Problem in kleinere Schritte zu unterteilen. Wer beispielsweise Schwierigkeiten hat, sich im Alltag zu organisieren, kann eine To-Do-Liste erstellen und Prioritäten setzen. Auch das Gespräch mit Freunden oder Familienmitgliedern kann sehr unterstützend sein, denn oft helfen Außenstehende, neue Perspektiven zu gewinnen.
- Ein weiteres Beispiel: Wenn Konflikte in der Partnerschaft auftreten, ist es wichtig, offen und ehrlich über Gefühle zu sprechen, anstatt sie zu unterdrücken. Dabei sollte man immer respektvoll bleiben und aktiv zuhören.
- Hilfreich ist es auch, das Problem zu identifizieren. Das aktuelle Problem wird aufgeschrieben und in ein oder zwei Sätzen beschrieben.
- Standpunkt wechseln. Sich vorzustellen, als Berater zu fungieren, wechselt die Perspektive. Überlegen Sie drei mögliche Lösungsansätze, ohne lange darüber nachzudenken. Diese Ansätze müssen nicht perfekt sein. Es geht nur darum, den Fokus auf die Lösungen zu legen.
- “Was wäre wenn?"- Fragen stellen. Stellen Sie sich folgende Frage: Was würde sich ändern, wenn ich diesen Schritt machen würde?
- Ins Tun kommen. Planen Sie einen ersten kleinen Schritt, der sofort umgesetzt werden kann und tun Sie das innerhalb der nächsten 24 Stunden.
Diese Tipps helfen, den Gedankenstrudel zu unterbrechen und so ins Handeln zu kommen. Perspektivwechsel und Fokus auf konkrete Schritte lösen den Blick aus der Problemverstrickung und setzen so die Energie auf die nötige Veränderung.
Lösungsorientierung bedeutet also, aktiv nach Lösungen zu suchen, anstatt sich von Problemen überwältigen zu lassen. Wer klar sieht, kann zielgerichtet handeln und besser entscheiden.Damit das gelingen kann, gilt es die Prioritäten zu klären.
Wichtig ist es, alle Optionen zu erkennen und gegebenenfalls zu erweitern. Um den Wald vor lauter Bäumen zu überblicken, kann ein Entscheidungscoaching hilfreich sein, den geeigneten Fokus zu finden.
Mit Geduld und Offenheit können so viele Herausforderungen im Privatleben erfolgreich gemeistert werden.
Über die Autorin - Vera Krisch
Vera Krisch ist Mitgründerin von Barrierefrei im Kopf und seit über 10 Jahren in der Online Marketing Branche tätig. Sie bekleidet aktuell eine Führungsposition in einer erfolgreichen Agentur, teilt ihr Wissen im BiKmagazin mit den Lesern und gibt Tipps für die Praxis.
Fazit
Die Lösungsorientierung ist eine wertvolle Herangehensweise, die dabei hilft, sich auf positive Veränderungen und praktische Lösungen zu konzentrieren.
Sie fördert die Motivation, stärkt das Selbstvertrauen und ermöglicht es, auch in schwierigen Situationen einen klaren Blick auf mögliche Wege nach vorne zu behalten.
Allerdings sollte man dabei auch die Grenzen dieser Methode im Blick behalten. Es ist wichtig, die Ursachen von Problemen nicht aus den Augen zu verlieren und emotionale Aspekte nicht zu vernachlässigen.
Insgesamt ist die Lösungsorientierung eine hilfreiche Strategie, die dazu beitragen kann, Herausforderungen effektiv zu bewältigen und nachhaltige Veränderungen zu erreichen.
Die meisten Menschen verschwenden die meiste Zeit darauf, Probleme zu wälzen, anstatt sie zu lösen.
(Curt Goetz)